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Was ist eigentlich Jugendfeuerwehr?                                         

„Das sind die, die immer das Osterfeuer anzünden und dafür umsonst Bratwurst und Cola kriegen.“bild

Das war zum Glück nicht meine einzige Motivation Mitte der 90er so schnell wie möglich in die Jugendfeuerwehr einzutreten.

Im Frühjahr 1995 klingelte es bei uns zu Hause an der Haustür. Es war „Hendrik aus dem Dicken Ort“, einen Nachname wusste ich zu der Zeit noch nicht. „Wir suchen dringend Kinder für die Jugendfeuerwehr“ sagte er. „Es wäre auch nicht schlimm, dass ich erst im Sommer zehn werde!“

Am Freitag darauf ging es dann das erste Mal zum Jugenddienst. Um 18.00 Uhr sollte es losgehen. Ich denke, so ab 17.00 Uhr wartete ich vor der Eingangstür am Feuerwehrhaus.

Kurz vor Dienstbeginn habe ich mir Gedanken darüber gemacht, warum alle Jugendwarte, Betreuer und die, die da sonst noch so kamen, das gleiche Auto fahren. „Naja, vielleicht fahren Feuerwehrmänner immer einen schwarzen Golf“, dachte ich. Dass der Golf schon immer ein Modefahrzeug war, konnte ich ja nicht wissen.

Der damalige Jugendwart begrüßte mich und zeigte mir das Feuerwehrauto. Zugleich impfte er mich, dass ich aber jedem sagen soll, dass ich schon zehn Jahre alt bin.

Von dem Tag an stellte ich mich bei jedem mit den Worten „Ich bin Ole und ich bin schon zehn“ vor.

Ein paar Wochen später durfte ich das erste Mal an einer Jahreshauptversammlung teilnehmen.  Der vorletzte Punkt auf der Tagesordnung hieß Anträge. „Was das wohl ist?“ dachte ich. Kurz darauf verlas der Jugendwart den einzigen eingegangen Antrag: „Hiermit wird beantragt, dass während des Jugenddienstes keine Überraschungseierfiguren mehr getauscht werden dürfen.“  Zwei leidenschaftliche Sammler waren dagegen. Ab sofort war Freitag von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr „Ü-Ei freie Zeit“. Nach dieser Abstimmung habe ich doch mal kurz daran gezweifelt, ob ich hier wirklich richtig bin.

Mein erster Einsatz als Melder bei den Wettbewerben 1995 wurde von dem Abschlussfest der Grundschule ausgebremst. Mit etwas Wehmut spielte ich an diesem Tag dann Brennball und Verstecken anstatt, als in meinen Augen viel wichtiger, an den Feuerwehrwettbewerben teil- zunehmen. Aber mit zehn Jahren hört man ja noch auf seine Eltern. So war ich dann ein Jahr später bei meinen ersten Wettbewerben wirklich schon zehn.

Von 1995 bis 2002 durfte ich als Mitglied in der Jugendfeuerwehr Eitze dabei sein. Dann musste ich aus Sicht der Kinder in die „Altersgruppe der JF“. Nach einem spektakulären Grundlehrgangsabschluss war die Jugendfeuerwehr für mich vorbei. Aus Macht der Gewohnheit fuhr ich trotzdem jeden Freitag zum Jugenddienst.

Dieses tue ich bis heute. Mittlerweile bin ich selbst der, der früher in meinen Augen alles verboten hat, was Spaß gemacht hat- Jugendwart. Seit 16 Jahren bin ich nun immer freitags bei der Jugendfeuerwehr. Einiges hat sich verändert. Die Betreuer und Jugendwarte kämpfen nicht mehr gegen Ü-Eier, sondern erst gegen Tamagotchis und nun gegen Handy´s und MP3-Player.

Die Klamotten wurden aus alt und dunkel, neu und hell. Es gibt sogar Regenjacken. Mittlerweile wird sogar daran gearbeitet ein MTF zu beschaffen, damit unter anderem die Jugendfeuerwehr mobiler ist.

Jugendfeuerwehr ist und bleibt meiner Meinung nach eine super Sache. Jedes Jahr haben die Jugendfeuerwehren ein gemeinsames Motto.  Unser Motto in Eitze steht für die nächsten Jahre fest:

 Jugendfeuerwehr Eitze-weiter geht´s!!!

 

Vielleicht hast du ja auch Lust auf Jugendfeuerwehr, wenn du dann noch zwischen zehn und 16 Jahren alt bist, komm doch einfach mal zu einem unserer Dienste vorbei.

Doch beachte bitte unseren Dienstplan auf dieser Homepage.

 

Mit freundlichem Gruß,

          Ole Langer

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